Kurztitel

Dental-Amalgam

Kundmachungsorgan

BGBl.Nr. 575/1990 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 143/2009

§/Artikel/Anlage

Anl. 1

Inkrafttretensdatum

01.10.1990

Außerkrafttretensdatum

30.12.2009

Text

Anhang

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Der Anteil der Gamma-2-Phase ist nach Trituration gemäß der Gebrauchsanweisung im Sinne des § 3 und anschließender dreiwöchiger

Auslagerung nach folgendem Verfahren zu bestimmen:

A. Vorpräparation der Probe:

1.

Grobschleifen auf gebrauchtem 600-SiC-Papier,

2.

Feinschleifen auf gebrauchtem Schleifleinen,

3.

Polieren mit MgO-Aufschlämmung in destilliertem Wasser, auf Nap-Tuch,

4.

kalt spülen mit destilliertem Wasser (kein Alkohol!),

5.

im kalten Luftstrom vortrocknen,

6.

sorgfältig im Vakuumexsikkator trocknen.

B. Ätzen:

Zur Kontrastierung der Phasen ist ein Plasma-Sputtergerät mit folgenden Parametern zu verwenden:

Kathode: Eisen,

Spannung zwischen Kathode und Anode (Probe): 1 kV,

Druck in der Sputterkammer: 52,6 Pascal,

Reaktionsgas: Sauerstoff, Abstand Kathode-Probe: 7 mm,

Ätzzeit: 8 bis 20 Minuten. Die Ätzungen werden nach jeder Minute für 1 Minute unterbrochen, um eine unzulässige Temperaturerhöhung zu vermeiden. Zur Verbesserung der Wärmeableitung kann die Probe mit Hilfe von Leitsilber auf Aluminium geklebt werden.

Bei der Vorpräparation und beim Ätzen darf die Probe 45 ºC nicht überschreiten.

C. Auswertung:

Nach Anwendung dieses Verfahrens scheinen im Lichtmikroskop folgende deutlich unterscheidbare Phasen auf:

hellgelb: Gamma-2,

gelbbraun: Gamma- 1,

graubraun: Gamma-0,

dunkelgrau: Epsilon,

grau: Eta.

Die Auswertung erfolgt mit Hilfe eines Lichtmikroskops in Verbindung mit einem Bildanalysesystem, um die zu untersuchende Phase flächenmäßig quantitativ zu erfassen.

Die Verwendung eines Grünfilters im Strahlengang ergibt zwar eine Farbverfälschung, aber insgesamt eine Kontrasterhöhung. Zur Überprüfung dieser Phasen, insbesondere der Gamma-2-Phase, wird eine Mikrosonde oder ein Rasterelektronenmikroskop mit EDS-System eingesetzt,