Kurztitel

Zivilluftfahrzeug-Lärmzulässigkeitsverordnung

Kundmachungsorgan

BGBl. Nr. 700/1986 aufgehoben durch BGBl. Nr. 738/1993

§/Artikel/Anlage

§ 27

Inkrafttretensdatum

01.02.1990

Außerkrafttretensdatum

31.10.1993

Text

ABSCHNITT III

Übergangs- und Schlußbestimmungen

Beschränkungen für Flugzeuge mit Strahlantrieb

 

§ 27. (1) In das österreichische Luftfahrzeugregister eingetragene Flugzeuge mit Strahlantrieb dürfen mit Inkrafttreten dieser Verordnung im Fluge nur mehr verwendet werden, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abschnitt II C festgelegten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt.

(2) An- und Abflüge auf österreichischen Zivilflugplätzen dürfen mit Flugzeugen mit Strahlantrieb nur mehr durchgeführt werden, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abschnitt II C festgelegten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt.

(3) Darüber hinaus dürfen An- und Abflüge mit Flugzeugen mit Strahlantrieb nur mehr durchgeführt werden:

a)

auf dem Flughafen Innsbruck ab 1. Mai 1990, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abschnitt II D genannten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt;

b)

auf dem Flughafen Salzburg ab 1. Mai 1990, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abs. 4 genannten Lärmgrenzwerte und ab 1. Mai 1993 die im Abschnitt II D genannten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt;

c)

auf dem Flughafen Linz ab 1. Mai 1991, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abs. 4 genannten Lärmgrenzwerte und ab 1. Mai 1994 die im Abschnitt II D genannten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt;

d)

auf den Flughäfen Graz und Klagenfurt ab 1. Mai 1992, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abs. 4 genannten Lärmgrenzwerte und ab 1. Mai 1995 die im Abschnitt II D genannten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt;

e)

auf dem Flughafen Wien ab 1. Mai 1991 täglich zwischen 23.30 Uhr und 5.00 Uhr Lokalzeit, wenn der von ihnen entwickelte Lärm die im Abs. 4 genannten Lärmgrenzwerte und ab 1. Mai 1996 - in den gleichen Zeiträumen - die im Abschnitt II D genannten Lärmgrenzwerte nicht übersteigt.

(4) Die Summe der jeweils am Landeanfluglärm-Meßpunkt, am Seitenlärm-Meßpunkt und am Startüberfluglärm-Meßpunkt gemessenen Lärmwerte der im Abs. 3 genannten Flugzeuge darf folgende Grenzwerte (in EPNdB gemäß § 8 Abs. 4) nicht überschreiten: (Anm.: Formel nicht direkt darstellbar, es wird auf die gedruckte Form des BGBl. verwiesen)

 

L = 288 für M < 25 000 kg,

EPN

L = 288 + 29,9.log M/25 000 für 25 000 < M < 317 500 kg,

EPN

L = 321 für M > 317 500 kg.

EPN

(5) Der verantwortliche Pilot eines von den Bestimmungen des Abs. 3 betroffenen Flugzeuges muß eine Lärmzulässigkeitsbescheinigung, aus der die Lärmmeßwerte für dieses Flugzeug zu ersehen sind, mitführen und auf Verlangen den Organen der Luftfahrtbehörden vorweisen.

(6) Ab den im Abs. 3 genannten Terminen dürfen An- und Abflüge auf den betreffenden Flughäfen mit Flugzeugen mit Strahlantrieb, deren Lärmentwicklung größer ist als die im Abs. 3 bzw. im Abs. 4 festgelegten Lärmgrenzwerte, nur mit einer Ausnahmebewilligung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt durchgeführt werden.

(7) Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat in begründeten Ausnahmefällen für Flugzeuge, die von den Regelungen gemäß Abs. 3 und 4 betroffen sind, Ausnahmen bis längstens 18 Monate nach den in Abs. 3 genannten Terminen zu bewilligen. Als begründete Ausnahmefälle gelten insbesondere Flüge, an deren Durchführung ein öffentliches Interesse besteht.

(8) Anträge gemäß Abs. 6 und 7 sind spätestens acht Wochen vor der geplanten Flugdurchführung an das Bundesamt für Zivilluftfahrt zu richten; in unvorhergesehenen oder unabwendbaren Fällen auch später.

(9) Die Bestimmungen der Abs. 2 bis 8 finden keine Anwendung auf Flüge zu Ausweichflugplätzen, auf Ambulanz- und Rettungsflüge, auf Flüge im Rahmen von Katastropheneinsätzen, sowie für den Flughafen Wien für verspätete Flüge.