Kurztitel

Bundeshaushaltsverordnung 1989

Kundmachungsorgan

BGBl. Nr. 570/1989 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 26/2005

§/Artikel/Anlage

§ 104

Inkrafttretensdatum

01.01.1990

Außerkrafttretensdatum

31.12.2004

Text

Belastung der Kostenstellen

 

§ 104. (1) Die Belastung der Kostenstellen mit den angefallenen Kosten hat entsprechend den Bestimmungen des § 103 Abs. 2 Z 6 grundsätzlich direkt (Kostenstelleneinzelkosten) zu erfolgen. Diese Art der Erfassung der Erstkosten ist insbesondere dann vorzunehmen, wenn die zu belastende Kostenstelle aus den zugrundeliegenden Belegen eindeutig ersichtlich ist und die verursachungsgerechte Zuordnung der Kosten gegeben ist.

(2) Betreffen die angefallenen Kosten mehrere Kostenstellen und ist daher eine direkte verursachungsgerechte Zuordnung der Kosten zu den Kostenstellen nicht bzw. nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich, so sind die Kosten auf indirekte Weise (Kostenstellengemeinkosten) zu ermitteln. Die Erstkosten sind in diesem Fall auf besonderen Kostenstellen zu sammeln und spätestens mit Ende der Betriebsabrechnungsperiode auf die in Betracht kommenden Kostenstellen mit Hilfe von Verrechnungsschlüsseln umzulegen (indirekte Erstkostenverrechnung); diese besonderen Kostenstellen sind demnach verrechnungsmäßig als Hilfskostenstellen gemäß § 103 Abs. 5 einzurichten.

(3) Die Verrechnungsschlüssel sind so zu wählen, daß sie die Umlegung der angefallenen Kosten, abhängig von der Kostenart, möglichst im Verhältnis der tatsächlichen Inanspruchnahme oder Nutzung durch die Kostenstellen auf einfache Weise ermöglichen. Als Verrechnungsschlüssel kommen auf Grund der jeweiligen Kostenart und unter Berücksichtigung der vorhandenen bzw. feststellbaren Bezugsgrößen insbesondere folgende Schlüssel in Betracht:

1.

Mengenschlüssel für verbrauchte oder umgesetzte Mengen nach Anzahl, Länge, Fläche, Rauminhalt, Gewicht;

2.

Zeitschlüssel für benötigte Arbeits-, Maschinen- oder Platzstunden;

3.

Wertschlüssel nach gezahlten Gehältern, verwendeten Materialien, aufgewendeten Mieten und Grundsteuer;

4.

Arbeitskraftschlüssel für die Anzahl der in Anspruch genommenen Bediensteten;

5.

Vermögensschlüssel nach den beanspruchten Flächen, Räumen, Ausstattungen.

(4) Die festgelegten Verrechnungsschlüssel und ihre Beziehung zu den einzelnen Kostenarten bzw. Kostenstellen sind in einem Schlüsselverzeichnis festzuhalten; sie stellen aufzubewahrende Verrechnungsunterlagen im Sinne der Bestimmungen der §§ 81 und 93 dar.